Auf der Suche nach…

Schon auf Koh Rong Sanloem fing die erste komische Phase unserer Weltreise an. Wir wussten nicht so richtig wohin mit uns und auf was wir eigentlich gerade Lust hatten. Wir waren ständig “auf der Suche nach…” – ja, auf der Suche nach was eigentlich?

Waren wir am schönsten Strand dieser Welt – Koh Rong Sanloem – wollten wir am liebsten wieder zurück in die Stadt, waren wir in der Stadt –Ho-Chi-Minh-City-, wollten wir wieder ans Wasser. Nichts war gerade das passende für uns. Naja, so sind wir auf jeden Fall in *Mui Ne gelandet.

Du kannst dir sicher schon vorstellen, dass wir in dieser Phase – die wohl jeder einmal auf (Welt-)Reise hat – auch hier nicht wirklich angekommen sind. So fällt es gerade schwer, die richtigen Worte für Mui Ne zu finden. Denn nur weil wir nicht angekommen sind, wäre es unfair schlecht über diesen Ort zu berichten. Schlecht war es auch nicht. Wir haben nur nicht viel gemacht.

Doch, wir waren auf der Suche… aber wohl eher zu uns selbst, unserer Balance zwischen Reisen und Arbeiten und unserer weiteren Reise. So wird dies ein etwas anderer – untypischer Bericht – über Mui Ne.

Mui Ne Kite Strand

– Mui Ne: sehr beliebt bei Kite-Surfern –

 

Anreise nach Mui Ne

In *Ho-Chi-Minh-City haben wir spontan entschieden, doch wieder ans Wasser zu fahren. Also buchten wir kurzfristig über unser Ho(s)tel *Blue River Hotel ein Bus-Ticket zur Küste. Die Organisation war, wie immer in Vietnam, schnell und unkompliziert. Am nächsten Morgen ging es bereits los und wir wurden sogar abgeholt. Allerdings nicht, wie man es kennt mit einem Taxi-Van, sondern zu Fuß. Das hatten wir bis dato auch noch nicht. Der Abfahrtspunkt unseres Busses war direkt um die Ecke. Durch die kleinen Gassen waren wir zu Fuß in 2 Minuten da. Mit dem Van hätten wir wohl mindestens eine halbe Stunde durch die vollen Straßen gebraucht.

Der Bus und die Fahrt war in Ordnung und sollte 4 Stunden bis nach Mui Ne brauchen. Genauso war es auch. Die Zeit konnten wir uns sogar mit Wifi im Bus vertreiben, das ist mal ein Service. Die Kosten für zwei Tickets lagen bei 400.000 Dong (ca. 14,00 €), zurück (warum auch immer) nur noch bei 260.000 Dong (ca. 10,00 €) für zwei Personen. So zahlten wir für ca. 200 Kilometer pro Strecke insgesamt 24,00 €, also 12,00 € hin und zurück pro Person. Da kann man nichts sagen.

Auf der Suche nach Stränden, Meer und Wasser

In Mui Ne angekommen, war das Meer für uns das wichtigste. Wir brauchten wieder den Blick auf das Wasser und die gute Luft. Es wehte sogar ein schön angenehmer Wind, sodass die Temperaturen, zumindest am Strand, erträglich waren. Den Strand hatten wir schnell gefunden. Unsere kleine Unterkunft “*Herbal Hotel & Spa” war nur ca. 100 Meter vom Strand entfernt.

Mui Ne Strand

– Der Weg zum Strand von unserer Unterkunft –

 

Mui Ne Unterkunft

– Unsere Unterkunft “Herbal Hotel & Spa”, sogar mit Liege auf der kleinen Terrasse –

 

Perfekt zum Runterkommen, für Strandspaziergänge, schöne Sonnenuntergänge und natürlich zum “beachen”, sprich sonnen und schwimmen. Sollte man meinen. Wir können keinen Grund dafür nennen, aber tatsächlich waren wir nicht einmal im Wasser, obwohl wir unbedingt ans Meer wollten. Wir sagen ja, es war eine komische Phase.

Bei den Strandspaziergängen konnten wir jedoch ein wenig zu uns kommen und die nächsten Tage und Wochen ordnen. Das haben wir gebraucht. Außerdem war es herrlich den vielen Kitern beim Surfen zuzuschauen. Da fühlt man schon beim Zuschauen das pure Freiheitsgefühl. Der Strand ist DIE Adresse für Kitesurfer. Irgendwann wollen wir das gerne auch mal ausprobieren, aber fangen wir vielleicht erst einmal beim Surfen an.

Suche erfolgreich abgeschlossen.

Mui Ne Strand

– Der Kite-Surfer-Strand in Mui Ne –

 

Mui Ne Strand

– journeypleasure auf der Suche nach… –

 

Mui Ne Strand

– Hier kann man lange Spaziergänge machen und die Kiter beim Surfen beobachten –

 

Auf der Suche nach guten Arbeitsplätzen

Neben dem guten Strand-Feeling, suchten wir selbstverständlich auch wieder nach einem guten Arbeitsplatz, an dem wir unsere To Do´s für den Blog und weitere Projekte erledigen konnten. Das ist oftmals gar nicht so einfach. Erstens müssen die Bedingungen, wie gutes Internet, vernünftige Sitzgelegenheit und nicht zu viel Ablenkung stimmen. Zu guter Letzt muss der ausgewählte Platz auch noch uns beiden zusagen. Oft haben wir da unterschiedliche Vorstellungen.

Zum einen konnten wir in unserer Unterkunft, sowohl im Zimmer als auch im Restaurant, vernünftig arbeiten. Zum anderen haben wir eine wirklich coole chillige Beach Bar gefunden, in der wir das typische Bild eines Digitalen Nomadens vertraten: entspannt mit wehendem Haar in weichen Kissen am Laptop sitzend inklusive Blick auf das weite Meer. Jetzt darfst du 3 Mal raten, wer von uns welche der beiden Varianten lieber mag.

Suche erfolgreich abgeschlossen.

Mui Ne Strand

– Aber wo ist denn der Laptop und das wehende Haar? –

 

Mui Ne Strand

– VKS Beach Club –

 

Mui Ne Strand

– Chilligen Plätze mit Blick auf die Kiter –

 

Auf der Suche nach dem weiteren Reiseweg

Wohl unsere größte Hürde, die wir in Mui Ne zu meistern hatten. Das erste Mal auf unserer Reise wurde unsere Entscheidung der weiteren Route von außen beeinflusst. Das bedeutete für uns, nicht wie gewohnt, weiter treiben lassen und schauen was als nächstes passiert, sondern planen bzw. einen Flug buchen – und zwar in ein Land, das wir in dieser Phase unserer Weltreise mal so gar nicht auf dem Schirm hatten.

Deutschland. Plötzlich stand im Raum, für ein paar Tage nach Deutschland zurück zu fliegen. Aber sollten wir das wirklich tun? Hinzu kam, dass wir die finale Entscheidung noch nicht fällen konnten, weil wir abwarteten mussten – nein wollten. Das kommende Wochenende war für die Flugbuchung entscheidend. So mussten wir warten und konnten noch immer keine Klarheiten für uns schaffen. Trotzdem beschäftigten wir uns weiterhin täglich damit, was passieren wird. Werden wir buchen oder nicht? Es wäre schon ein bisschen verrückt – im positiven Sinne.

Wir lösen noch nicht auf, was es damit auf sich hatte. Nur so viel, es waren zwar Einflüsse von außen, die wir aber bewusst aus Leidenschaft, abwägen konnten. Sie hatten nur wenig mit unserer Weltreise zu tun und waren zudem zu 100 Prozent im Vorfeld nicht absehbar.

Suche weniger erfolgreich abgeschlossen.

Mui Ne Reise

– Mui Ne: Wo wird uns die Reise hinführen? –

 

Was hätte man eigentlich in Mui Ne machen können?

Wären wir von unserer Entscheidung “Fliegen oder nicht fliegen” und unserer “Suche nach dem…” nicht so abgelenkt gewesen, hätte man in Mui Ne wirklich richtig schöne Sachen machen können. Naja, so ist es manchmal im Leben. Vielleicht führt es uns ja irgendwann noch mal in das vietnamesische Küstenörtchen, so dass – Mui Ne von uns und wir von Mui Ne – noch mal eine Chance bekommen. Denn nicht nur das wir abgelenkt waren und Pascal auch noch kränkelte, fuhren wir schon nach 4 Nächten schon wieder zurück nach Ho-Chi-Minh-City. Ihr wisst ja, wenn man gerade am Strand ist, will man wieder in die City. …und irgendwie wollten wir doch für die “äußeren Einflüsse” bereit sein, falls der Flug nach Deutschland spontan gebucht werden müsste / sollte / wollte. Also verbrachten wir das entschiedene Wochenende in der City, mit der nötigen Nähe zum Flughafen. Denn wenn, dann muss alles ganz schnell gehen… Da blieb nicht viel Zeit für Unternehmungen in Mui Ne. Und drauf einlassen, konnten wir uns ja irgendwie eh nicht.

Mit einem klaren Kopf hätten wir in Mui Ne auf jeden Fall die folgenden Dinge gemacht:

Kitesurfen

Kitesurfen steht auf unserer Bucketlist. Die Wassersportart hat es jedoch ganz schön in sich, vor allem körperlich. Mal eben so Ausprobieren ist nicht. Bis irgendwas funktioniert, geschweige denn auf dem Board zu stehen, wird es ganz schön lange dauern. Also sollte man auf jeden Fall Zeit und Geduld mitbringen, die wir ja irgendwie so gar nicht in Mui Ne hatten.

Mui Ne Kite-Strand

– Bucketlist: Kitesurfen –

 

Mui Ne Kitesurfen

– Dann schauen wir…

Mui Ne Kitesurfen

… doch lieber …

Mui Ne Kitesurfen

… den Profis zu –

 

Mui Ne Kite-Strand

– Hier wird man fündig: es gibt einen Anbieter neben dem anderen –

 

Die Sanddünenen von Mui Ne

Das haben wir mit Sicherheit verpasst. Neben den guten Kitesurf-Spots, ist Mui Ne noch für seine wunderschönen *Sanddünen-Landschaften bekannt. Etwa 3-4 Kilometer sind sie von dem Küstenort entfernt. Mit einem Guide oder einer geführten Tour wollten wir nicht dorthin fahren, denn da hat man die unterschiedlichsten Touri-Story´s gehört, auf die wir keineswegs Bock hatten. Die Alternative wäre, wie wir es auch am liebsten machen, auf eigene Faust mit dem Roller zu fahren. Aber auch da hatten wir von mehreren Seiten unschöne Geschichten mitbekommen. Leider hat es sich die Polizei vor Ort zur Aufgabe gemacht, genau auf der Strecke von Mui Ne zu den Dünen, so gut wie jeden Roller-Tourist anzuhalten und mit widerspenstigen Gründen ein völlig überzogenes Bußgeld abzuknüpfen. Keine Chance, man muss zahlen. Unschön! Das hat uns leider so abgeschreckt, dass wir absolut keine Lust hatten dort hinzufahren.

Einen Tipp haben wir jedoch von Reisefroh bekommen, die Polizei steht zwar sehr früh am Morgen dort, aber meist noch nicht zwischen 5.00 – 6.00 Uhr. Frühaufsteher könnten es also wagen – wir geben jedoch keine Garantie. Unsere Entscheidung fiel auf: Ausschlafen.

Sightseeing am Fairy Stream

Der “Canyon” von Mui Ne. Hier hätten wir eine beeindruckende Landschaft von Felswänden bestaunen können durch die, der “*Fairy Stream” (Fluss) sich seinen langen Weg bahnt. Ausgiebige Spaziergänge durch den Fluss sind möglich. Die Natur soll atemberaubend schön sein. Minuspunkt ist dagegen leider der Müll. Sehr schade!

Motorrad-Tour

Noch so ein Bucketlist-Punkt – einmal in Vietnam Motorrad fahren! Mui Ne wäre sicherlich ein sehr guter Ausgangspunkt gewesen um von Süd nach Nord an der Küste entlang zu fahren. Wie sagt man so schön: “Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!”.

 

Untypischer Reisebericht: Mui Ne

Dies war kein klassischer Reisebericht.

Aber wir haben noch mal die Kurve bekommen. Es war einfach nicht unsere Zeit. Solche Phasen sind auf Weltreise ganz normal. Mui Ne war deshalb nicht schlecht, nur anders. Oder sagen wir, für uns weniger in Erinnerung bleibend. Wir waren nicht im -Hier und Jetzt-, ständig waren wir gedanklich woanders, ständig waren wir eben auf der Suche…

… und damit wird Mui Ne irgendwann vielleicht doch mal der Ort sein, auf den wir zurückblicken und sagen: “Weißt du noch, Mui Ne, das war komisch, da haben wir nix gemacht, es war nicht besonders und gerade das war irgendwie besonders, denn wir haben das erste Mal auf der Reise -nichts- gemacht und gelernt damit umzugehen. Damals war das noch komisch, heute sehr bedeutsam!” 

Somit hat die “Suche nach…” langfristig vielleicht doch etwas Gutes!?
Suche erfolgreich abgeschlossen.

 

Mui Ne vom 08.05. – 12.05. 2017

Hier geht’s nach Vietnam