Sri Lanka local interview

Sri Lanka: Vergangenheit, Zukunft & Heute | Interview mit Pereira

In local interview, Sri Lanka by journeypleasure0 Comments

LOCAL INTERVIEW SRI LANKA

Ganze 21 Tage durften wir dieses tolle und abwechslungsreiche Land bereisen. Zwischen traumhaften Stränden und wilder Natur, haben wir viele freundliche locals getroffen und intensive sowie besondere Gespräche geführt. Mit den meisten stehen wir auch heute noch in Kontakt, so auch mit Pereira. Wir freuen uns, dass er sich für unser local interview bereit erklärt hat und wir somit die folgenden Antworten über Sri Lanka mit Dir teilen können.

Für euch zur Info: Leider führte unsere geplante Route „nur“ durch den Süd-Osten des Landes. Aber für uns steht fest, wir werden wieder kommen um auch den Rest dieses wunderbaren Landes zu erkunden. Sri Lanka hat uns in den Bann gezogen! Vielleicht können wir Dir die „Träne Indiens“ mit dem nachfolgenden local interview auch ein bisschen schmackhaft machen. Viel Spaß beim Lesen!

local interview

– links Pereira –

Über dich:
Name: Pereira
Alter: 28
Wohnort: Weligama, Sri Lanka
Beruf: Tourismus, Vermietung
Hobby´s: mein Job, Schwimmen, Surfen und Fußball
Letztes Reiseziel: Sri Lanka´s Norden
Nächstes Reiseziel: ist leider noch offen
Traum Reiseziel: Kuta-Beach auf Bali

Peireira war unser „Host“ in Weligama (Sri Lanka). Mit der *Blue Star Villa hatten wir nicht nur eine sehr gute Unterkunft, sondern auch zwei tolle Abende mit Pereira inklusive sehr interessanten Gesprächen über Land und Leute.

Blue Star Villa

– chillige Blue Star Villa –

Sri Lanka:

Sri Lanka ist ein wunderbares Land! Wir konnten uns an vielen Stellen gar nicht satt sehen. Welche drei Orte sollte ein Reisender auf keinen Fall verpassen?

  • Es ist schwierig nur drei Orte aufzuzählen, da Sri Lanka eine ganze Menge zu Bieten hat! Wenn ich mich festlegen müsste, würde ich Ella, den Yala-National-Park und den Süden des Landes empfehlen. Wer auf der Suche nach traumhaften Stränden ist, ist in dieser Region genau richtig. Eine ganze Reihe meiner Lieblingsorte befindet sich dort und sie sind alle innerhalb von ca. 2 Stunden zu erreichen.

In der Hauptreisezeit zwischen November und März kann es an den bekannten Orten, wie Unawatuna oder Mirissa, sehr voll werden. Gibt es Möglichkeiten dem aus dem Weg zu gehen? Falls ja, hast du Insider-Tipps, die nicht in einem Reiseführer zu finden sind?

  • Ich würde behaupten, es gibt definitiv auch in der Hauptreisezeit Orte wo der Tourismus (noch) nicht angekommen ist. Einen besonderen bzw. genauen Tipp habe ich leider nicht. Aber wer sich traut einen Roller zu mieten, der sollte einfach die Küste entlang fahren. Ich bin mir sicher, er oder sie wird den ein oder anderen leeren Strand finden.

Auf unserer Tour durch das Land haben wir viele locals kennengelernt, die sehr offen und freundlich zu uns waren. Durch die Gespräche haben wir vieles über Sri Lanka, die Kultur und die Menschen gelernt. Ist die offene Art typisch für Sri Lanka?

  • Ja, das ist absolut typisch für Sri Lanka. Die Leute sind generell untereinander sehr offen und freundlich, so hat es sich auch auf den Umgang mit den Besuchern des Landes übertragen.

Im Jahr 2004 wurde Sri Lanka auf tragische Weise von einem Tsunami getroffen. Wie gehen die locals heute mit diesem Thema um?

  • Das ganze Land und besonders der Süden haben sehr schlechte Erinnerungen an diesen Tag. Wir können es nicht ungeschehen machen. Zu dieser Zeit hat es noch keiner für möglich gehalten, dass so etwas passieren kann – geschweige denn, dass man wusste was ein Tsunami überhaupt ist. Heute hoffen wir alle, dass es sich nicht wiederholen wird!

Möchtest du uns deine persönliche Geschichte von diesem Tag erzählen? 

  • Es fällt mir schwer, meine Geschichte in Worte zu fassen. Mein Leben, wie auch das Leben vieler anderer Überlebenden, hat sich schlagartig geändert. Ab meinem 14. Lebensjahr musste ich ohne meine Familie weiter leben. Ich habe viele Jahre gebraucht um das Geschehene zu verkraften.

Inwieweit hat sich das Land nach der Katastrophe verändert? 

  • Unmittelbar nach der Katastrophe war das ganze Land in „Schockstarre“. Es hat sehr lange gedauert bis die Aufräumungsarbeiten begonnen haben. Ich erinnere mich daran, dass wir viel Hilfe von anderen Ländern bekommen haben. Die Einheimischen hatten nach dem Tsunami einfach Angst vor einer Wiederholung des Ganzen. So haben sich viele vom Strand entfernt, was im Umkehrschluss den Weg für Hotels und Gasthäuser in Strandlage frei gemacht hat.

Was wünschst du dir für Sri Lanka in Zukunft? Was soll sich ändern und was soll so bleiben, wie es ist?

  • Ich würde mir wünschen, dass Sri Lankas Schönheit auch weiterhin bestehen bleibt, dass noch mehr locals ein besseres Bewusstsein für die Umwelt entwickeln. Für die Zukunft erhoffe ich mir einen gesunden Ausbau vom Straßen- und Zugsystem im Land.

Verrätst du uns deinen Lieblingsort auf der Insel?

  • Weligama! Ich liebe es zu surfen und Zeit am Strand zu verbringen. Für mich ist dieser Ort auch immer noch sehr wichtig um die Geschehnisse runde um den Tsunami zu verarbeiten. Ich sitze abends gerne alleine am Strand und denke über vieles nach – das gibt mir extrem viel.

 

Weligama:

Ist Weligama deine Heimatstadt oder bist du auf einem anderen Weg hier in den Ort gekommen?

  • Ja, Weligama ist meine Heimatstadt. Nach dem Tsunami bin ich zu meiner Tante nach Colombo gegangen um meine Schule zu beenden. Nach dem Abschluss hat es mich aber wieder in die Heimat gezogen. Hier fühle ich mich einfach am wohlsten.

Am Strand von Weligama gibt es unzählige Surfer und Surfschulen. Warum zieht es die Wassersportler an diesen Ort?

  • In der Zeit zwischen September und Mai gibt es am Beach unterschiedliche „Surf-Punkte“. Auf der einen Seite finden Anfänger die perfekten Bedingungen und auf der anderen Seite ist das Gebiet der Profis. Dieses Phänomen macht den Weligama-Beach so attraktiv für alle, die Lust auf Surfen haben.

Zieht es dich selber auf´s Brett?

  • Selbstverständlich! Leider habe ich nicht mehr jeden Tag Zeit ins Wasser zu gehen, aber wenn perfekte Bedingungen herrschen, hält mich eigentlich nichts davon ab.

Was unterscheidet Weligama von anderen Küsten-Orten, wie Mirissa oder Unawatuna?

  • Die Orte Mirissa und Unawatuna sind beide größer und touristischer als Weligama. Die größten Unterschiede zeigen sich aber bei den Stränden. In Unawatuna ist ein entspannter bzw. ruhiger Strand. Mirissa gehört zu den absoluten Traumstränden des Landes und bietet oben drauf noch ein aufregendes Nachtleben. Dafür findet man am Weligama-Beach beste Bedingungen zum Surfen und Relaxen.

Ein Schluss-Satz zu Weligama?

  • Einfach Weligama – mit das Beste von Sri Lanka

 

Leute und Leben:

Wie würdest du einen normalen local-Tag in Sri Lanka beschreiben?

  • Es kommt hier stark auf die Region an, in der man lebt. An den Küsten ist das Leben durchaus hart, viele arbeiten im Tourismus und sind 7 Tage die Woche eingebunden. Andere verdienen ihren Lebensunterhalt auf dem Wasser mit Fischerei. Um genug Geld für die Familien zu verdienen, haben viele locals auch mehrere kleine Jobs, bei denen auch andere Familien-Mitglieder einbezogen werden können, wie z.B. Taxi- oder Tuk-Tuk-Fahrten.

Was sind die Haupteinnahmequellen in Sri Lanka?

  • Auch hier kommt es auf die Region an. Bei uns im Süden ist es durchaus der Tourismus.  Auch zu erwähnen ist die Landwirtschaft und die Tücher-Fabriken, die den Export des Landes vorantreiben.

Wir haben den Eindruck bekommen, dass die jungen Leute gerne den „modernen Weg“ gehen möchten, die Älteren (Respektpersonen) dagegen noch stark an den Traditionen hängen. Liegen wir da richtig?

  • Die jüngere Generation ist sehr stark an der „modernen Welt“ interessiert. Es findet gerade ein Umbruch im Land statt. Ich denke, dass sich viele von den alten Traditionen befreien möchten. Die Leute fangen an, andere Sprachen zu lernen und sich mit dem Internet auseinander zusetzen, hinzu kommt das steigende Interesse an Bildung.

 

Tourismus:

Was denkst du persönlich über den Tourismus in Sri Lanka?

  • Ich freue mich sehr über jeden Besucher – und das nicht nur weil ich mein Geld mit der Tourismus-Branche verdiene, sondern auch um mich mit ihnen auszutauschen. Man kann nur voneinander lernen und aus manchen Gästen werden sogar Freunde.

Gibt es große Unterschiede im Tourismus zwischen Nord- und Süd- Sri Lanka?

  • Der Süden Sri Lankas war immer bekannter als der Norden. Viele Besucher, die das erste Mal hier sind, zieht es dadurch in den Süden zu den Stränden und den National-Parks. Im Laufe der Zeit verteilen sich die Touristen immer mehr im Land. Verständlich, denn auch der Norden hat wirklich schöne Ecken zu Bieten.

Wie hat der Tourismus das Land in der kürzeren Vergangenheit verändert?

  • Nach dem Tsunami ist der Tourismus erst einmal komplett eingebrochen. Viele Orte an der Süd-Küste waren komplett zerstört und es hat auch erst einmal eine Weile gedauert diese wieder aufzubauen. Nach einer gewissen Zeit ist die Besucher-Anzahl wieder leicht gestiegen. Im Moment erleben wir hier einen kleinen Touristen-Boom, besonders in der Hauptreisezeit von November bis März. Dadurch sind einige neue Arbeitsplätze für viele Einheimische entstanden.

 

Kulinarisch:

Welches Essen ist typisch für Sri Lanka?

  • Das Hauptnahrungsmittel ist eindeutig Reis. Viele Menschen essen Reis mit Curry, bis zu drei Mal am Tag. Die Hintergründe sind kulturell, aber auch finanziell begründet.

Was ist dein Lieblingsgericht aus Sri Lanka?

  • Ich liebe „Kotu“! Am liebsten mit gemischtem Fleisch und Käse.

 

Lieber Pereira! Vielen Dank, dass du dir Zeit für dieses Interview genommen – und auch die nicht so einfachen Fragen beantwortet hast. Es war toll dich kennen zu lernen und wir hoffen, dass wir dich in Zukunft wieder sehen werden.

  • Ich danke euch, dass ihr bei mir in Weligama übernachtet habt. Wir hatten eine tolle Zeit zusammen und ihr seid immer herzlichst Willkommen.

 

  3 Minuten Impressionen: „Sri Lanka, Weligama – Blue Star Villa“
Ein Video von unserem Host „Pereira“ und seiner Blue Star Villa – unserem Zuhause in Weligama.

 

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