Hoi An – ein MUSS in Vietnam!?

In Hội An, Vietnam by journeypleasure3 Comments

 

Ein Tagesausflug in die viel geliebte Stadt
Wer in Zentral-Vietnam unterwegs ist, will wahrscheinlich auch unbedingt einmal nach Hoi An. Denn über das kleine Städtchen hört man im Vorfeld nur Gutes: eine schöne gemütliche Stadt, die besonders für ihre vielen Maß-Schneidereien bekannt ist. Das wollten wir uns unbedingt auch anschauen und einen Tag dort verbringen, außerdem hat sich die Möglichkeit zu einem ersten Treffen ergeben. Also hin da!

– Hoi An –

Teurer Bus-Spaß
Die malerisch schöne Stadt liegt knapp 30 km von Da Nang entfernt. Um Hoi An günstig von Da Nang aus zu erreichen, bietet sich der Local Bus an. Unsere nette Airbnb-Family erklärte uns den Weg zur Haltestelle und informierte, dass die Fahrt um die 20.000 Dong (0,83 €) pro Person kosten würde. Da die Busse alle 20 Minuten fahren, kann man entspannt zur Haltestellen in der Nähe gehen und den nächsten freien Bus nehmen. Wir hatten sogar Glück und mussten keine 5 Minuten warten. Es war eine Busfahrt, die wir so noch nicht erlebt hatten: der Ticketkontrolleur war gleichzeitig „Türsteher“ und „Gäste-Manager“ des Busses, d.h. er organisierte die Fahrgäste – er war so fix, dass er es schaffte die Fahrgäste während der Fahrt in den Bus zu ziehen, ohne das dieser richtig zum Stehen kam. Von Straße zu Straße wurde der Bus voller, bis irgendwann wirklich keiner mehr reingepasste. Jeder letzte Zentimeter Platz wurde ausgenutzt. Eins muss man ihm lassen, er hatte den Bus und seine Gäste voll im Griff!

– Hier war der Bus noch leer, aber ein paar standen schon –

An der Fahrt gibt es eigentlich nichts auszusetzen, es hat alles gut geklappt und wir haben uns sicher in diesem chaotischen Straßenverkehr gefühlt. Eigentlich! Denn bei der Bezahlung mussten wir den überteuerten Touristenbetrag, wie alle anderen Nicht-Vietnamesen, zahlen. Und der hatte sich gewaschen! Der nette Türsteher hielt uns gekonnt eine „gefälschte“ Preisliste hin, so dass wir gar nichts mehr sagen konnten und den Preis von 65.000 Dong (2,69 €!) pro Person abdrücken mussten.  – Wir erinnern uns, die Familie hatte von 20.000 Dong (0,83 €) gesprochen… das ist schon krass und frech! –  Diskutieren half nichts! Wir gaben uns damit zufrieden, dass der Preis für die Strecke (ca. 30 km) immer noch günstiger als bei uns ist. Oh man! … und ärgerten uns dennoch. Es ist ein echt blödes Gefühl bewusst verarscht zu werden. Nun ja, das wird wohl nicht das letzte Mal gewesen sein! Außerdem wussten wir schon, dass der Bus nur bis 18 Uhr fährt und wir länger bleiben werden, also lassen wir uns zurück lieber vom Taxi verarschen…

Achtung Touristen! Touristen Achtung!
Die Fahrt dauert um die 45 Minuten bis man kurz vor den Toren Hoi An´s ankommt. Von dort aus erreicht man nach ca. 15 Minuten Fußweg die Altstadt. Überall sind kleine Häuschen mit hübschen Läden, in denen man alles kaufen kann: natürlich diverse vietnamesische Mitbringsel, Klamotten, Taschen, Tücher und andere mehr oder weniger nützlichen Dinge, perfekt zum Bummeln, nette Cafés zum Entspannen und jede Menge Streetfood- bzw. Marktstände. Im Kern der Altstadt herrscht Roller-Verbot, so macht das entspannte Schlendern – ohne durchgehend an gehupt zu werden – noch mehr Spaß.

– Ein paar Roller mogeln sich doch immer dazwischen… –

– Schöne Marktstände mit reichlich Obst, Gemüse, Gewürzen & vietnamesische Spezialitäten –

An vielen kleinen Geschäften vorbei, ging es zur Chinesischen Brücke, die von beiden Seiten überquert werden kann. Schon wieder so ein Touri-Ding: eine dubiose Dame hat tatsächlich versucht, uns für die ca. 15 Meter lange Brücke ein Ticket zu verkaufen. Das war natürlich völliger Blödsinn, die Brücke ist kostenlos. Und diesmal sind auch wir nicht drauf reingefallen. Tipp: Einfach vorbei gehen oder von der anderen Seite betreten. Die letzte Variante haben wir gewählt.

– Die „sehr lange“ Chinesische Brücke –

– Chinesische Brücke, auf der rechten Seite ist der Eingang zu sehen, über den ein Ticket verlangt wird –

– Hier gehen wir über den „Hintereingang“ ohne Ticket rein –

Apropos Touri: so hatten wir diese Aufgabe mit Bravour gelöst, sind wir an anderer Stelle wieder reingefallen. Und eigentlich ist es richtig peinlich, denn von dieser Situation hat man definitiv schon gehört und man weiß, was passieren wird. Aber sie hatte uns einfach im richtigen Moment getroffen. Sie, die typisch vietnamesische alte Dame mit ihrer Obst-Trage (wie nennt man es eigentlich!?)… Sie bot uns an ein Foto zu machen. Ahhh, da müssen die Alarm-Glocken doch schon angehen! Aber sie war so charmant, dass wir das Angebot gerne angenommen haben. Wir: „Thank you very much…!“ Sie ging aber nicht drauf ein und blieb weiter bei uns stehen. Komisch. Was will sie?  Sie: „Do you want bananas?“ Mhhh, was nun!? Jetzt müssen wir wohl was kaufen. Toll. Naja gut, 2 nehmen wir, schließlich haben wir ja auch Hunger. (Wirklich!) Also kauften wir bei ihr 2 Bananen für 30.000 Dong (1,25 €). Ihr Ziel war es aber den ganzen Strauch Bananen los zu werden. Sie: „More Bananas?“ Nein! „No, thanks!“ Wir blieben hart und hatten so doch noch ein ganz „gutes Geschäft“ für die schönen Fotos + 2 Bananen gemacht.

Fährt man also 45 Minuten aus Da Nang raus, ist man
wieder mitten im Tourismus angekommen, der dann auch die ein oder andere Falle mit sich bringt. Aber mal weg vom „Tourismus“, wir waren in Da Nang einfach zu verwöhnt… und wir wollen mit unseren kleinen Anekdoten ja kein falsches Bild von Hoi An vermitteln.

Die romantische Seite
Hoi An ist auf den zweiten Blick (zumindest für uns auf den zweiten Blick) eine sehr angenehme, idyllische, romantische Stadt, die Lust auf mehr macht. Sie hat viele kleine Gassen, jede Menge leuchtende Lampions und 1.000 schöne Bilder, die deine Augen wahrnehmen. Ähnlich einem Wimmelbuch. Bummeln durch die Gassen, dabei das Treiben der Stadt beobachten und den Nachmittag bei Sonnenschein am Fluss genießen. Das war definitiv Urlaubsfeeling. Die Schiffe und Schiffchen am Ufer auf denen gegessen oder etwas verkauft wurde, die Gerüche, das frische Obst, die lachenden und freundlichen Menschen – all das macht Hoi An aus und das Feeling in diesem Städtchen einzigartig.

– Die ganze Stadt ist geschmückt –

– Ein typisches Vietnam-Bild –

– Die Ruhe vor dem Sturm am Abend –

Bei schönem Wetter ließen wir uns in einem der netten Café am Thu Bon Fluss nieder, genossen den vietnamesischen Kaffee und die Sonnenstrahlen auf unserer Haut. Es macht Spaß das Gewusel von einem ruhigen Punkt aus zu beobachten und nicht selbst drin zu stecken. Und trotzdem ist man irgendwie mitten drin!

– In einem schönen Straßen-Café am Fluss –

Ein kölsches Treffen
Wir waren am Abend für 18.30 Uhr zum Abendessen in Hoi An verabredet. Da die schnuckelige Altstadt relativ überschaubar ist, trafen wir die zwei bereits zufällig am frühen Nachmittag. Hier kann man sich scheinbar nicht aus dem Weg gehen. Bei leckeren Smoothies und dem ein oder anderen kühlen Bier entspannten wir noch eine Weile in dem Café, beobachten gemeinsam das Treiben und tauschten dabei unsere Reiseerlebnisse aus.

– Das Foto ist von Sebastian: http://www.friedrichfotografie.com + Instagram: friedrichfotografie –

Mit Einbruch der Dunkelheit wurde es noch voller in der Altstadt, alle Menschen trieb es scheinbar zum Wasser, zu den Restaurants am Fluss und den mit Laternen schön geschmückten Ufern. Auch wir suchten uns ein nettes Restaurant am Fluss für unser Abendessen. Fündig wurden wir bei Rice Drum. Wir hatten einen schönen Terrassenplatz mit wunderbarer Aussicht auf das abendliche Treiben der Stadt. Mit reichlich leckerem Essen und ein paar Kaltgetränken verbrachten wir hier ein sehr netten Abend, bevor es für uns mit dem Taxi zurück nach Da Nang ging. Die Taxifahrt hat uns 450.000 Dong (18,66€) gekostet, was für 30 km völlig in Ordnung war.

– Das kölsche Treffen in Hoi An, leider ohne Kölsch –

– Der Blick von unserem Restaurant –

– Mitten im Gewusel –

– Die Straßenstände, die erst mit Einbruch der Dunkelheit aus dem Nichts kommen –

– Traumhafte Kulisse –

Abzock-Stadt oder das malerische Hoi An?
Als Abzock-Stadt würden wir Hoi An definitiv nicht abstempeln. Vielleicht war es bei uns auch gerade die besondere Situation aus dem ruhigen einheimischen Da Nang zu kommen und hier das erste Mal wieder den typischen Tourismus in diesem Stil mit zu erleben. Oft spielt die eigene Erwartung durch äußere Einflüsse, vorherige Erlebnisse oder Reise-Recherchen im Vorfeld eine große Rolle. Vielleicht hatten wir im ersten Moment zu viel erwartet? Man weiß es nicht… wir möchten hier einfach unseren ersten Eindruck beschreiben: mit den Dingen, die uns passiert sind. Und irgendwie gehört dies ja auch zum Reisen dazu, oder!?

– Hoi An –

Muss das? 
Trotz der ersten Eindrücke, ist Hoi An auch für uns eine Stadt zum Verlieben. Es war für uns ein besonderer Ausflug in eine außergewöhnliche Stadt mit all ihren Facetten. Wir müssen jedoch sagen, dass wir nur eine sehr kurze Zeit hier verbracht haben und Hoi An weitaus mehr zu Bieten hat, als das was wir gesehen haben. Wir sind lediglich für ein paar Stunden in das Geschehen eingetaucht. Die Strände, die Natur, die Reisfelder – all das haben wir nicht gesehen. Schade eigentlich, dass der Tag so schnell vorbei ging. Ein MUSS für Vietnam? Wir würden sagen: Ja! … und erst recht, wenn du in Zentral-Vietnam unterwegs bist. Tipp: Nimm´ dir vielleicht ein bisschen mehr Zeit, als wir – dann werden die schönen Seiten Hoi An´s ganz sicher überwiegen. take the chance 

– 1.000 Lampions: typisch Hoi An –

Hier geht´s zur Hoi An – Vita

Hội An am 05.02.2017

Mehr zu Vietnam:

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Vietnam (Nord) – Weltreise-Kosten

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Comments

  1. Ein sehr schöner und ehrlicher Artikel über Hoi An. Auch wir verbrachten einige Zeit dort und fanden auf den ersten Blick Hoi An ebenfalls sehr touristisch, fast schon zu touristisch. Aber genau wir ihr schreibt – irgendwo auch aus gutem Grund, denn die Stadt hat einfach unendlich viel Charme. Nach einer Woche haben wir dann auch ‚unsere‘ Plätze gefunden und hatten eine sehr schöne Zeit dort.
    Viele reisefrohe Grüße gerade aus Bali
    Anne

    1. Author

      Liebe Anne, vielen Dank für dein ehrliches Feedback! Schön zu hören, dass es Gleichgesinnte gibt. 😉 Ihr seid gerade in Bali!? Für uns geht´s heute Abend dahin… 🙂 Wo seid ihr denn genau? Liebe Grüße Jenny & Pascal

  2. Pingback: Vietnam für Anfänger: Trau Dich! - Backpack Stories

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